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Sonntag, 12. Dezember 2010

Habemus Papam 1655

Genug Süßkram auf dem Tisch, Cola light Zero im Kühlschrank, Volkers und Petras Tochter im Bett und wir konnten anfangen. Wir ließen die Glocken des Petersdoms läuten für:

HABEMUS PAPAM 1655

Ein Kartenspiel mit Versteigerungsmechanik, angesiedelt im intriganten und politisch verworrenem 17. Jahrhundert. Der Papst ist dahin und nu muss ein neuer her. Das wird einer der Spieler sein - wenn er denn genug Stimmen für die Papstwahl zusammen bekommen kann.

Stimmen generiert man, indem man sich jede Runde eine der fünf Karten, die auf 4 Stapeln in der Tischmitte liegen, ersteigert. FÜNF Karten und VIER Stapel? Hä? Verzählt oder was? Mit nichten. Eine Karte ist jede Runde verfügbar, die des päpstlichen Kämmerers. Die anderen Karten werden jede Runde von ihren jeweiligen Stapeln neu aufgedeckt.

Und was können dieses Karten?

Sie zeigen Kardinäle dieser Zeit, die Stimmen (symbolisiert durch eine Tiara in der unteren rechten Ecke der Karte) generieren

und

... weitere berühmte Persönlichkeiten (z.B. Kardinal Richelieu, den König von Spanien, den König von Frankreich), die Geld bringen, mit dem man sich bei Spielende ebenfalls Stimmen kaufen kann (oder die die Kosten für eine Stimme senken, je mehr gleiche Karten ich von einer Sorte habe)

und

... sind Aktionskarten, mit denen ich Geld machen, anderen Spielern Kardinäle abluchsen oder welche mit ihnen tauschen kann.

So weit, so einfach. Da wir uns aber im Jahr 1655 befinden und das Amt des Papstes kein symbolisches sondern ein stark politisches war, gibt es verschiedene Interessensgruppen, die man ebenfalls im Auge behalten muss. Hat man zwei Kardinäle der gleichen Interessensgruppe, gibt das eine Stimme mehr zum Schluss.

Desweiteren gehören manche Karten einer bestimmten Großmacht dieser Zeit an. Zu Beginn des Spiels bekommt jeder Spieler mehrere Karten mit einer Art geheimer Mission. Die besteht darin, eine bestimmte Anzahl von Kardinälen verschiedener Großmächte zu sammeln. Hat man das zum Ende des Spiels geschafft, gibt es... was? Richtig: wieder Stimmen für die Wahl zum Papam.

Und wie krieg ich diese Karten?

Ich ersteigere sie mir. Nicht mit Geld (dafür kauft man sich ja zum Ende des Spiels Stimmen), sondern mit Edelsteinen. Es gibt weiße, rote, blaue und gelbe. Jeder Spieler nimmt sich am Anfang einer Versteigerungsrunde heimlich 0-3 Edelsteine in die Hand und alle zeigen gleichzeitig, wie viele Steine sie geboten haben. Wer die Meisten geboten hat, darf sich als erster eine Karte aussuchen. Dann der mit dem zweithöchsten Gebot usw.

Die Farbe der Steine spielt nur beim Gleichstand von Geboten eine Rolle, wobei dann nach Wertigkeit gegangen wird. Zuerst weiß, dann rot, blau und gelb.

Und wie bekomm ich diese Edelsteine?

Indem ich mit die Karte des päpstlichen Kämmerers ersteigere, die ja jede Runde ausliegt. Dafür bekommt man je einen roten, blauen und gelben Edelstein - und - jawohl - keinen weißen. Die wertvollsten Steine im Spiel gibt es nur am Anfang, quasi als Startkapital. Hat man mit ihnen mal eine Karte ersteigert, sind die für immer weg.

Und wie endet dieses Spiel?

Unter einen der Stapel wird die Karte mit dem weißen Rauch (ein neuer Papst ist gewählt) gemischt (ins ca. letzte 1/5). Sobald diese Karte aufgedeckt wird, endet das Spiel.
Dann kann man sich für sein Geld noch Stimmen kaufen und dann wird gezählt.

Und wie ist dieses Spiel jetzt so?

Volker: fand das super. Er fand die Atmosphäre in dem Spiel sehr gut, die Gestaltung der Karten, die das Thema gut rüber bringen. Und den ganzen Mechanismus, der wirklich gut funktioniert.

Petra: war noch etwas zögerlich mit ihrer Meinung. So ganz hat es bei ihr nicht eingeschlagen, aber sie sagt, sie würde ihm noch mal eine 2te Chance geben. 

Ich selber: wusste auch nicht wirklich, wie es mir gefiel. Die erste Partie ist erst Mal nur zum kennen lernen, denn man muss relativ viel beachten:

- Welcher Kardinal gehört zu welchem Lager?
- Zu welcher Großmacht?
- Was haben die anderen Spieler vor sich auf dem Tisch liegen?
- Wie viel Geld haben sie wohl noch oder haben sie sogar schon angefangen, Karten zu sammeln, die die Stimmen zum Ende hin billiger machen?
- Hat noch jemand eine "Ich klau dir einen Kardinal" oder "Ich tausch dir einen Kardinal um" Karte und nimmt mir einen weg, den ich dringend zum Erfüllen meiner geheimen Mission brauche?
- Und wird vielleicht sogar eine Karte aufgedeckt, mit der der älteste Kardinal auf dem Tisch mal eben das zeitliche segnet und sich die Papstwahl fortan nur noch von oben angucken kann?

Möglichkeiten, Möglichkeiten, Möglichkeiten. So was mag ich ja gerne. Spielt man dieses Spiel allerdings zum ersten Mal und sind Leute dabei, die es schon kennen, kann es für die Neulinge frustig werden. Da sollte der (oder die), der (oder die) es schon kennt, den Neulingen ein paar Tips geben.

(Habemus Papam 1655
Verlag: DDD Verlag
3-4 Spieler ab 10 Jahre
30-45 Minuten)


Autor: Christoph Schlewinski

1 Kommentar:

  1. Noch mal eine 3er Partie mit Volker und Petra gespielt.

    Der Verdacht hat sich bestätigt: ein Spiel, dass man dringend noch mal spielen sollte.

    Die Meinungen:

    Volker findet es nach wie vor toll.

    Petras Wertung ging nach oben.

    Und meine auch.

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