Für die Bequemlichkeit - Email, wenns was Neues gibt

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Sanssouci



All you can spiel dankt...

... Ravensburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars...

... und bittet alle Familien/Gelegenheits-/Vielspieler zu einer Partie:


Das hätte sich der alte Fritz auch nicht träumen lassen. Ein paar hundert Jahre nachdem er sich sein Lustwandel-Philosophen-einladen-Querflöte-spielen Refugium gebaut hat, können sich das jetzt quasi alle auf den heimischen Tisch legen und dort ihre Adeligen herumlaufen lassen. Schon irre, wenn man sich das mal so überlegt...

MACH MAL VORAN, WIR HABEN ALLE KEINE ZEIT...

Das ist übrigens mein Kumpel Nörgel, den werde ich nicht los.

HALLO????

Ja, ja... Herzlich willkommen zu ‚Sanssouci‘, dem neuen Spiel von Michael Kiesling, erschienen bei Ravensburger, für 2-4 Spieler, ab 8 Jahren.

So prächtig können Gärten sein... die armen Leute, die DAS pflegen müssen...
Jeder Spieler hat einen Garten vor sich liegen, den er mit diversen Gebäuden oder besonderen Pflanzenarrangements verschönern muss, damit die 1% des 18Jhn. Lust haben, dadurch lustzuwandeln. Denn: je weiter so ein Adeliger herumläuft, desto mehr Punkte gibt’s für ihn. Es kann sogar noch mehr Punkte geben, wenn er viele Stopps dabei macht. Aber der Reihe nach...

JA, ICH BITTE DARUM. ICH BIN SCHON WIEDER GANZ VERWIRRT...
Das sind die Handkarten... ach was?!?!

Ist ja gut. Wie geht’s jetzt also?

Jeder Spieler hat das gleiche Kartenset. Das mischt er, zieht zwei Karten auf die Hand und wenn man am Zug ist, spielt man eine davon aus.

Plättchenauslage fern...
Mit der ausgespielten Karte suche ich mir etwas vom, nennen wir es mal, ‚Markt der Verschönerungen aus‘: also der offenen Plättchenauslage. Das Feld, von dem ich mir etwas aussuche, bestimmt auch, wo ich das in meinem Garten hinlegen muss. Ein Brunnen vom lila Feld der Auslage muss also auch auf den lila Brunnen auf meinem Plan.
Plättchenauslage nah...

Dadurch entstehen Wege und über die kann ich dann einen meiner Adeligen wandern lassen. Dabei ist es egal, ob er seinen Pfad mal verlässt und Nachbars-Wege benutzt. Hauptsache, er überspringt kein leeres Feld und kommt wieder in seiner Spalte raus. Den Wert der Reihe, in der er landet  – ganz links – bekomme ich dann als Siegpunkte.

Wenn man noch den lila Irrgarten dazu bekommt, wirds ein toller Weg...
Sollte ich es also schaffen, einen kompletten Weg nach unten zu bauen und den Adelsmann sofort auf die letzte Reihe zu setzen, bekomme ich dafür 6 Punkte. Das Gemeine dabei: Adelige gehen immer nur vor und nicht mehr zurück. Für Reihen, die ich übersprungen habe, bekomme ich keine Punkte mehr.
Lass ich also den Adeligen von gerade zuerst auf Reihe zwei, nächste Runde auf Reihe drei und DANN auf Reihe sechs halten hätte ich für die gleiche Strecke 11 Punkte eingesackt.

UND WAS, WENN DU MAL EIN PLÄTTCHEN NICHT MEHR LEGEN KANNST? WEIL DAS FELD SCHON BESETZT IST? DAS IST DOCH DANN TOTAL BLÖD.

Nein... Dann dreht man es einfach um. Auf der Rückseite ist ein Gärtner und der ist sehr flexibel. Den kann ich – ausgehend vom Feld, dass schon belegt ist, auf irgendeinem freien Feld dieser Reihe oder Spalte einsetzen. Das Gute daran: er zählt auch als Weg, den meine Adeligen benutzen können. Das Doofe ist: bei einem Gärtner bleibt so ein Adelsheini nicht stehen. Das ist unter seiner Würde.  Gärtner sind also eher Lückenfüller, die meinen Aristokraten das Leben leichter machen. Eigentlich ganz authentisch.

OKAY, soweit verstanden. und wann ist das ding jetzt vorbei?

Sobald alle ihre Karten gespielt haben. Dann gibt’s noch Bonuspunkte. Am Anfang einer Partie hat jeder Spieler zwei Sonderkarten auf der Hand. Die zeigen jeweils eine Spalte an und man bekommt noch mal so viele Punkte extra, wie die Reihe, auf der der entsprechende Adelige steht.

Dann gibt’s für jede vollständig belegte Spalte 5 Punkte. Und für jede vollständige Reihe 10, minus dem Wert der Reihe.

Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt natürlich.

TAUGT DAS SPIEL DENN WAS?

Ich finde: ja. ‚Sanssouci‘ ist seit langem mal wieder ein richtig gutes Legespiel. Klar, es gibt viele Glücksfaktoren. Was für Karten zieh ich nach? Und was liegt gerade in der Auslage, wenn ich dran bin? Kann ich mit meinen Karten dann überhaupt etwas Gutes bekommen und meine Adeligen schön punkten lassen?

Es kann sicherlich passieren, dass man mal ein paar Runden nur so mittelgute Plättchen abgrast. Aber selbst mit denen kann man noch versuchen, eine Reihe oder Spalte zu füllen, um dafür am Ende Bonuspunkte zu bekommen. Oder man kann einem Mitspieler etwas wegnehmen, wenn man den bremsen will. Und man kann auch immer versuchen, aus so einem Plättchen einen Gärtner zu machen, um damit eventuelle Lücken zu füllen. Und für ein Spiel mit Glückselement sind das noch ziemliche viele Möglichkeiten. Finde ich.

Das einzige Manko, was dieses Spiel hat, ist die Grafik von manchen Plättchen. Es ist zwar löblich, nicht alle Irrgärten oder Pflanzenhecken gleich aussehen zu lassen, aber wenn man 2x hingucken muss, um zu erkennen, ob es jetzt ein Irrgarten oder eine Pflanzenhecke ist, die da liegt... das ist nur suboptimal. Aber man kann es verkraften. So gerade eben noch.

Eine der Erweiterungen...
Im Spiel enthalten ist sogar noch eine Erweiterung. Die legt man unten in seinen Garten und zeigt, welche Felder Plus- oder Minuspunkte geben, wenn ich das entsprechendes Plättchen hinlege. Und diese Erweiterungen sind – wie die Spielpläne – sogar noch beidseitig bedruckt, so dass man hier immer wieder variieren kann.

Hier liegt sie auf dem Brett... sieht man kaum, wenn man es nicht weiß, was?
‚Sanssouci‘ kann man darüber hinaus auch sehr schön mit der Familie spielen. Ab 8 Jahren steht auf der Packung und das passt ganz gut. Für Kinder ist es richtig spannend und kniffelig. Außerdem funktioniert es auch zu zweit gut. Das ist ja immer nicht schlecht.


Die Grafik ist – bis auf das oben erwähnte Manko – sehr schön gemacht, die Regeln sind gut und klar geschrieben und alles ist sehr übersichtlich. Das Thema ‚Sanssouci‘ ist jetzt ein bisschen beliebig... man hätte auch ‚Versailles‘ oder ‚Omas Kräutergarten‘ draus machen können. Auf der anderen Seite lernen Kinder und Jugendliche dann, dass es ein Schloss Namens ‚Sanssouci‘ in Deutschland gibt. Und vielleicht macht die Familie da mal einen Trip dahin, durch das Spiel inspiriert. Das wäre ja was.



Mit ‚Sanssouci‘ hat Ravensburger ein rundum gelungenes, flottes und spannendes Legespiel rausgebracht, das man unbedingt einmal ausprobieren sollte. Finde ich.

In diesem Sinne sagen mein Kumpel Nörgel...

JA, JA...

... und ich: spielt all you can und bis zum nächste Mal.


Sanssouci
Von Michael Kiesling
Erschienen bei Ravensburger
Für 2-4 Spieler
ab 8 Jahren

1 Kommentar: