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Donnerstag, 17. Mai 2012

King of Tokyo

Gleich vorweg:

Es gibt leider kein Spielecover und keine Fotos vom Spielmaterial. Leider. Aber aus... Gründen... hat der Heidelberger Spielverlag meine Emails mit den Anfragen, ob ich Fotos machen darf, noch nicht mal beantwortet. Schade... aber googelt das einfach. Da findet ihr Bildmaterial.

So, nu aber:


King of Tokyo

Space Bunnys kleine behaarte Finger huschen über das Armaturenbrett. Irgendwo in dem Häusermeer von Tokyo‘s Innenstadt muss es doch einen Winkel geben, in dem es sich verstecken kann. Gigazaur, Alienoid und „The King“ werfen ständig Panzer, Flugzeuge und ähnliches Zeugs auf den bis auf die Zähne bewaffneten rosa Roboter des außerirdischen Nagers. Ob sich das kleine Pelzknäuel noch länger in der Stadt halten kann, um Chaos und Zerstörung zu sähen und damit Siegpunkte abzugrasen?

Und damit ein herzliches Willkommen zu „King of Tokyo“, dem neuen Spiel von Richard Garfield und ich muss es gleich zu Anfang sagen: es ist vollkommen sinnbefreit.


Red keinen scheiß... du spielst doch keine sinnbefreiten Spiele mit deinen Leuten...

Das stimmt. Und ich war mehr als skeptisch, als ich mir die Regeln durchlas. „Das wars? Das ist alles???“, dachte ich mir. Dann kam es auf den Tisch... aber der Reihe nach.

Eben. Worum geht es denn bitte?

Jeder Spieler ist ein Monster, das versuchen muss, Tokyo in Schutt und Asche zu verwandeln. Dazu bedient man sich dem altbewährten „Kniffel“ Mechanismus. Bis zu 3x darf man seine Würfel werfen, jedes Mal welche rauslegen, rausgelegte wieder reinnehmen... kennt man ja.

Auf den Würfeln befinden sich:

-          Die Zahlen 1, 2, 3. Hab ich nach dem 3ten Wurf einen 3er Pasch von einer Zahl, bekomme ich genauso viele Siegpunkte
-          Blitze. Pro Blitz, den ich nach dem 3ten Wurf habe, bekomme ich einen kleinen grünen Stein. Mit denen kann ich mir eine (oder mehrere) von drei ausliegenden Karten kaufen, die mir Siegpunkte oder Sonderfähigkeiten geben
-          Herzen. Pro Herz kann ich meinem verletzten Monster einen Lebenspunkt wiedergeben.
-          Tatzen. Damit schlag ich zu. Und zwar so:

Es gibt nur zwei Orte, wo man als Spieler sein kann. In Tokyo selber oder außerhalb von Tokyo. In der Stadt hat nur ein Monster Platz (bei 5 und 6 Spielern auch zwei), weshalb alle Spieler außerhalb von Tokyo immer fleißig auf das/die Monster in der Stadt draufprügeln – und umgekehrt.

Nimmt man durch einen Spieler Schaden (hat der also nach dem 3ten Wurf eine oder mehrere Tatzen auf seinen Würfeln), kann man aus der Stadt flüchten und der andere Spieler nimmt den Platz ein.

Wieso sollte man sich überhaupt nach Tokyo begeben? Wenn vier Leute spielen, dann hacken ja immer drei auf mich drauf, wenn ich in die Stadt gehe...

... richtig. Aber Tokyo bedeutet Siegpunkte. Geh ich rein, bekomme ich einen. Und für jede Runde, die ich in der Stadt bleibe, bekomme ich zwei weitere. Das ist schon ordentlich – aber auch gefährlich, denn in Tokyo selber darf ich mich nicht heilen. D.h. meine gewürfelten Herzen sind mal eben für den Lokus. Da heißt es: genau auf die Lebenspunkte seines Monsters achten und abwägen, ob man noch eine Runde aushält oder lieber dem nächsten Spieler, der einem einen auf die Mütze gibt, das Feld räumt.

Es gewinnt der Spieler, der 20 Siegpunkte hat, oder als Letzter am Leben ist.

Das wars schon?

Ja. Das wars. Im Grunde muss man zu „King of Tokyo“ nicht mehr wissen.

Aha... mh... und wie ist das jetzt so?

Wie am Anfang schon gesagt: vollkommen sinnbefreit. Das muss man mögen. Und man sollte sich unbedingt auf die Welt der Städte-vernichtenden Monster einlassen.

Mag man das nicht so: Finger weg von diesem Spiel.

Mag man das: kaufen, kaufen, kaufen.

Wir haben schon dermaßen viel Spaß mit diesem Spiel gehabt, es ist kaum in Worte zu fassen.

Irgendwer schreit immer „Zerstören, zerstören, zerstören“ oder „Jetzt hau ihm doch mal eine auf die Schnauze, der hat schon 16 Punkte“ oder „Ich kauf mir gleich die Karte mit dem Extra – Kopf... dann hab ich einen Würfel mehr und dann mach ich dich PLATT. Hörst du? PLATT MACH ICH DICH DANN!!!“.

Das Schöne an diesem Spiel: es eignet sich auch super für Familien. Bis jetzt haben 6 und 7 Jahre alte Jungen und Mädchen keine Probleme mit diesem Spiel gehabt – aber dafür deren Eltern, wenn die lieben Kleinen voller diabolischer Freude Tatzen würfeln, um ihren Erzeuger eines überzubraten.

Wer ein witziges Spiel mit einfachen Regeln, schöner Aufmachung und schöner Stimmung sucht, sollte sich „King of Tokyo“ dringend zulegen. Das holt man im Laufe der nächsten Jahre sicher noch öfter raus.

King of Tokyo
Von Richard Garfield
Heidelberger Spieleverlag
2-6 Spieler ab 7 Jahren
Spieldauer ca. 15-30 Minuten

Rezension: Christoph Schlewinski

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