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Freitag, 10. Januar 2014

Der Millionen Coup



All you can spiel bedankt sich bei Ravensburger für das Rezensionsexemplar...

... und lädt alle Familien und Gelegenheits- und Gernespieler ein zu:



Was passiert, wenn in einem Familienspiel in eine Bank eingebrochen werden soll?
RICHTIG: es wird nur so GETAN, als ob in eine Bank eingebrochen werden soll.

Und damit herzlich willkommen zu ‚Millionen Coup, einem Spiel von Matthias Cramer, erschienen bei Ravensburger, für 1-4 Spieler ab 8 Jahren.

WIE JETZT? NUR SO GETAN? WAS SOLL DAS DENN?

Mein Kumpel Nörgel...

HI...

... wundert sich auch, aber das macht schon alles Sinn. Beim ‚Millionen Coup‘ sind wir quasi Existenzgründer und haben beschlossen, eine Firma für Sicherheitstechnik zu gründen. Und damit wir beweisen können, dass wir richtige Asse in diesem Gebiet sind, sollen wir in einer Bank den Safe leer räumen. Schaffen wir das in der vorgegebenen Zeit, haben wir den Job. Wenn nicht... geht’s wohl zurück zum Jobcenter.

VORGEGEBENE ZEIT? WIRD DAS JETZT SO EIN HEKTIKERSPIEL ODER WAS???

Hier mal die Bank in groß...
Nörgel bekommt schon Schweißperlen auf der Stirn, aber keine Angst: obwohl das Spiel auf Zeit geht, müssen wir nur bedingt schnell reagieren und das liegt am TipToi Stift. Mit dem hat Ravensburger vor ein paar Jahren in der Kinderspielecke einen richtigen Knaller gelandet und jetzt will man das Familiensegment damit antesten.

Wer den Stift noch nicht kennt: TipToi erklärt einem das Spiel, speichert Spieldaten, erkennt, wer gerade dran ist, hat eine super Sprachausgabe und ist generell sehr gut verarbeitet.

HALLO? WIR WOLLEN ETWAS ÜBER DAS SPIEL...

Hier drei mögliche Mit-Einbrecher...
Ich sags ja nur. Also: der ‚Millionen Coup‘ hat zwei große Phasen. In der Ersten lernen wir Sachen wie klettern, schleichen, rennen, Elektronik und noch mehr Dinge, die uns das Leben als quasi-Einbrecher leichter machen. Dazu können wir noch die Bank erkunden. Und das ist ziemlich wichtig.
Denn wenn wir als Gruppe beschlossen haben, alles Notwendige gelernt und erkundet zu haben, steigen wir in die Bank ein. Da wandert ein Wachmann herum, dem wir tunlichst ausweichen müssen. UND da sind auch noch Alarmanlagen, die wir ausschalten sollten. UND da liegen noch Notizen rum, die man braucht, um die Kombination vom Safe heraus zu bekommen UND da sind auch noch Türen, die geknackt werden wollen... alles Sachen, die man in Phase 1 erkunden konnte. Je mehr wir also gelernt und erkundet haben, desto besser sind wir vorbereitet...

SUPER SPIEL. DANN LERNE ICH JA IMMER ALLES UND ERKUNDE ALLES. WO IST DENN DA DIE SCHWIERIGKEIT???

Und so sieht das aus, wenn Frau Snake ordentlich trainiert hat...
Das sag ich dir, Nörgel: das Spiel dauert in der Anfängerversion 45 Minuten. Und beide Phasen laufen in der ‚Echtzeit‘ des Spieles. Heißt: lerne ich in Phase 1 z.B. ‚klettern‘, kostet mich das drei Zeiteinheiten. Eine dieser Einheiten sind ca. 30 Sekunden. Also bin ich nach 90 wieder dran. Und diese 90 Sekunden werden von den 45 Minuten, die die Gruppe haben, abgezogen.

WIE? SOLL DAS HEISSEN, MAN SITZT DANN DA 90 SEKUNDEN DOOF RUM?

Yepp, so sieht das aus. Nur doof ist man dabei nicht. Man wartet halt. Der Stift sagt einem irgendwann, dass man das entsprechende gelernt hat,  dann puzzelt man diese Fähigkeit an seinen Charakter und so weiter. Beim Erkunden legt man das Erkundete auf den Spielplan.

Das Gleiche in Phase 2: Will ich in einen anderen Raum der Bank gehen, kostet das Zeit. Will ich ein Schloss knacken auch. ALLES kostet Zeit. Und ich bin erst wieder dran, wenn der Stift es mir sagt.

Hat man also in Phase 1 viel Zeit aufs Lernen und Erkunden verwendet, hat man beim Einbruch in die Bank weniger zur Verfügung. Und umgekehrt.

UND NACH 45 MINUTEN IST DAS SPIEL DANN VORBEI ODER WAS?

Jawohl. In der Anfängerversion. Und die sollte man zum Kennenlernen auch dringend erst Mal spielen. Besser ist das.

WARTEN, BIS MIR EIN STIFT SAGT, DASS ICH WIEDER DRAN BIN... KLINGT TOTAL BESCHEURT...

War ja klar, Nörgel... das ist gar nicht bescheuert. Der ‚Millionen Coup‘ ist ein astreines Familienspiel. Denn da sieht man mal wieder, was Erwachsene und Kinder für unterschiedliches Zeitempfinden haben. Während manche Erwachsenen in meinen Testrunden ein bisschen mit den Finger trommelten und sich fragten, wieso sie hier warten müssen,  macht das fast alle Kinder überhaupt nichts aus.

Und hier noch mal die Bank im Detail...
Das liegt – glaube ich – an mehreren Faktoren: Das ganze Setting ‚Bankeinbruch‘, dieses fast Rollenspielartige ‚lernen von Fähigkeiten‘, dann Einsteigen in die Bank, zusammen alle Alarmanlagen ausschalten, nicht erwischt werden... ohne mit der Wimper zu zucken schlucken Kinder den kooperativen Brocken, der ihnen da serviert wird. Das ist schon mal eine Leistung finde ich. Und sie fiebern richtig mit, begreifen die Situationen dank des guten Spielaufbaus und der nüchternen, aber nicht langweiligen Grafik intuitiv und sind immer in der Geschichte und damit auch im Spiel. Hat man es nicht geschafft, wird die nächste Partie eben anders gespielt. Andere Charaktere, die andere Sachen lernen und vor allen Dingen: wieder in eine ‚neue‘ Bank einsteigen müssen, denn natürlich sind die Alarmanlagen, Hinweiszettel, Türen etc. jedes Mal an einer anderen Stelle und man muss jedes Mal einen neuen Weg durch die Bank erkunden und planen.

Von all den Neuheiten im Familienbereich ist der ‚Millionen Coup‘ für mich eine der Innovativsten. Da wird eine ‚Welt‘ erschaffen, die in sich sehr atmosphärisch und schlüssig ist. Da ‚erlebt‘ man wirklich etwas, fühlt sich fast, wie in einem Film... zumindest die Kinder.

Und da ist – finde ich – auch schon eines der Probleme vom ‚Millionen Coup‘. Die Eltern. 90 Sekunden können sehr lang werden. Warten darauf, dass einem ein orangener Stift sagt, wann man wieder dran ist... da könnten viele aussteigen. Deshalb kann ich den Eltern, die das befürchten,  nur raten: lasst euch von der – vielleicht – Begeisterung eurer Kinder einfach anstecken.

ABER ICH BRAUCH DOCH SO EINEN STIFT, UM DAS ÜBERHAUPT SPIELEN ZU KÖNNEN, ODER NICHT???

Das stimmt, Nörgel. Den Stift brauchst du.

ABER DAS HEISST DANN JA, ICH MUSS FÜR DIESES SPIEL SEHR VIEL GELD AUSGEBEN...

Da ist auch schon das andere Problem. Wenn man noch GAR KEINE TipToi Sachen hat, ist das vielleicht im ersten Augenblick... na ja... nur so mitteltoll, 30 oder mehr Öcken für den Stift und dann noch mal fast genau so viel für das Spiel ausgeben zu müssen.

Aber auch hier kann ich nur raten: einfach machen. Das Spiel lohnt sich. Es wird – hoffentlich – noch mehr Spiele in dieser Richtung geben. Und die TipToi Spiele, die schon raus sind, kann man ja auch mal ausprobieren.
Von unten nach oben: Wegepunkte für den Wachmann, Abdeckchips für die Tresorkombination, Türschlösser, Alarmanlagen und die dazu passenden Konsolen, über die man sie abstellen muss.

Was man aber auf jeden Fall machen sollte: den Stift und regelmäßig ‚updaten‘. Leider gab es kurz nach Erscheinen ein paar Fehler in der Programmierung, die dazu führen konnten, dass das Spiel vorzeitig abgebrochen werden musste. Die sind aber jetzt behoben. Für den Fall, dass so etwas noch mal passiert: updaten!!!

ICH FASS DANN MAL ZUSAMMEN: DU FINDEST DAS SPIEL JETZT TOLL ODER WAS?

So sieht das wohl aus. Fast alle Testkinder bekommen leuchtende Augen, wenn ich den ‚Millionen Coup‘ wieder mitbringen. Was will man von einem Spiel mehr? Eben... nix!!!

Also, liebe Eltern: sollte ich euch angefixt haben, riskiert einen Blick.

In diesem Sinne sagen mein Kumpel Nörgel...

*SEUFZ*

... und ich: spielt all you can und bis zum nächsten Mal!!!

Der Millionen Coup
Von Matthias Cramer
Erschienen bei Ravensburger
Für 1-4 Spieler ab 8 Jahren

Rezension: Christoph Schlewinski

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