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Montag, 4. Februar 2013

BAOBAB



Der Dschungel... ein Baum... Getier... da, ein Chamäleon, dass sich neben eine Blüte setzt... darüber ein Schwarm Bienen... dann noch ein kleiner Leopard, der durchs Geäst huscht... und dann kommt der Affe und alles bricht in sich zusammen...

... klingt nicht sehr realistisch...

... ja, mag sein, aber so ungefähr läuft ein Tag im Spiel ‚Baobab‘ von Piatnik.
2-4 Spieler ab 6 Jahren versuchen gemeinsam, den ‚Baobab‘ (ich habe nachgeschlagen: ein afrikanischer Affenbrotbaum) mit Karten zu bestücken und zwar möglichst so, dass im eigenen Zug keine herunter fallen.

Also wie ‚Stapelmännchen‘ oder das ganze Zeug?

Ja und nein.

Alle 110 Karten werden gleichmäßig verteilt, so dass jeder seinen eigenen Stapel hat. Wer dran ist, zieht drei Karten und kann sich aussuchen, ob er eine, zwei oder alle drei auf dem Baum platziert. Dabei müssen die Karten – je nach Sorte – auf bestimmte Weise auf den Baum gelegt werden:
-      -      
-        -  
         -    Vom ‚Affen‘ müssen mindestens zwei Ecken über den Rand gucken
 -       -    Der ‚Leopard‘ springt auf den Baum und man muss die Karte aus ca. 10cm Höhe auf den Baum      fallen lassen
-.       -     Die ‚Fledermaus‘ fliegt nur im Dunkeln und muss mit geschlossenen Augen auf den Baum gelegt werden

-   

    -    Die ‚Schlange‘ schlängelt sich immer ZWISCHEN mindestens zwei Karten
  -     -    Von der ‚Blüte‘ muss mindestens eine Ecke über den Rand gucken
-       -    Das ‚Chamäleon‘ macht die zuletzt gelegte Karte nach



-    Auf die ‚Bienen‘ dürfen nur Blüten oder Äste gelegt werden
-  Der ‚Vogel‘ fliegt – und so auch die Karte, die man, wie einen Frisbee, auf den Baum werfen muss
-       -    Die ‚Äste‘ können gelegt werden, wie man will


 
  Sollten Karten beim Anlegen herunter fallen muss man sie – wir ahnen es – an sich nehmen und zur Seite legen. Das sind Minuspunkte.
Wer zuerst seinen Stapel aufgebraucht hat, beendet das Spiel. Minuspunkte bringen die herunter gefallenen Karten und die, die man noch im Stapel hat. Wer die wenigsten Minuspunkte hat, gewinnt. Und das muss nicht zwingend der sein, der das Spiel beendet.

Klingt total verwirrend... man muss sich so viel merken oder nich?

Das hab ich mir anfangs auch gedacht. Wer soll sich das denn alles merken??? Aber man vergisst als Erwachsener ja gerne mal, dass man gegen Kinder beim ‚Memory‘ ja schon keine Schnitte hat und dass man die lieben Kleinen nicht unterschätzen sollte.
In meinen Runden ging das so dermaßen fix, dass ich irgendwann gar nicht mehr sagen musste, welche Karte wie auf den Baum kam. Das lief alles wie geschmiert.

Okay und was taugt es jetzt?

‚Baobab‘ ist ein super Kinder- und Familienspiel. Manchmal braucht man ein bisschen Geschick, manchmal ein bisschen Augenmaß, manchmal eine ruhige Hand... immer etwas anderes. Das macht es spannend und abwechslungsreich und hält die Kinder – zumindest meine Spielekinder – permanent in ihrem Bann. Die waren alle schwer begeistert von ‚Baobab‘ und es wurde auch gerne noch eine zweite Runde angehängt.

WENN es etwas zu meckern gibt, dann leider die Gestaltung der Schachtel. Die ist dermaßen hässlich finde ich... Kinder interessiert das wenig. Aber ich kann mir vorstellen, dass viele Eltern an ‚Baobab‘ einfach vorbei gehen, wenn sie es im Laden sehen. Was wirklich schade wäre. Für relativ wenig Geld bekommt man ein super Spiel zum Trainieren der Hand-Augenkoordination, das den Kindern auch noch richtig Spaß macht.
Also, wer es sieht: kaufen! Finde ich (und die Kinder sowieso).

‚Baobab‘
Von Josep Maria Allué
Erschienen bei Piatnik
2-4 Spieler, ab 6 Jahren
Spieldauer: ca. 15-20 Minuten

 Rezension: Christoph Schlewinski

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